Libri/ Lecce Sacra Imago

 

di Salvatore Colazzo

Il volume curato da Paolo Agostino Vetrugno, Lecce Sacro Imago, giunge a conclusione di un itinerario di ricerca reso possibile da un finanziamento della Fondazione Cassa di Risparmio di Puglia, che ha accolto una proposta proveniente dalla Curia di Lecce, volta a ricognire e catalogare i beni culturali ed artistici appartenenti al Palazzo Vescovile, allo scopo di rendere disponibile a studiosi e anche semplicemente a curiosi delle opere che testimoniano la lunga storia di un luogo da cui i vescovi di Lecce guidarono la loro Chiesa, almeno dall’epoca del Concilio di Trento, in cui Scipione Spina scelse di eleggere nel Palazzo di Piazza del Duomo, la propria residenza stabile, conformandosi ad una norma proveniente proprio dal Concilio che voleva in tal modo dare evidenza alla funzione di guida sicura della gerarchia.

Il volume è accompagnato da un cd-rom che consente di compiere una visita virtuale nel Palazzo: si scoprono così numerosi dipinti su tavola e su tela, decorazioni pavimentali, arredi appartenuti ad epoche diverse, testimonianza della

Die Basilika Heilig Kreuz in Lecce, ein Wahrzeichen des Barocks


di Teodoro De Cesare

Die Basilika Santa Croce ist das Wahrzeichen des Barocks von Lecce schlechthin und ein Gebäude, das den künstlerischen Geist der Architektur des Salento verkörpert. Berühmt ist die Kirche wegen der reichen und prunkvollen Dekoration besonders im oberen Teil der Fassade.

Es handelt sich nicht um eine von Beginn an im Barock-Stil gebauten Kirche, vielmehr wurde sie in früheren Zeiten errichtet. Es wird sogar vermutet, dass die Kirche aus dem 14. Jahrhundert stammt: so vermutet man, dass beispielsweise die Lilien, welche die Rosette umgeben, die Lilien darstellen, die das französische Königshaus an die Bevölkerung schenkte und den Celestinern (Zweig des Ordens der Benediktiner) damit Wohlstand wünschte. Jene Blumen würden an die erste Gründung erinnern, als Gualtieri VI von Brienne Graf von Lecce war. Im Auftrag der Celestiner bat er den Bischof, ihnen eine ihm angehörende Kirche zu vermachen. Nach Wunsch des Grafen hätte die Kirche „Santa Maria Annuntiata“ und „San Leonardo confessore“ benannt werden sollen. Da jedoch die Kirche schon unter den Namen „Santa Croce“ bekannt war, zog die Bevölkerung diesen Namen vor. Gualtieri starb 1356 und die Arbeiten wurden unterbrochen; über eine möglichen Fortsetzung der Arbeiten liegen keine Dokumente vor.

Zweifellos wurden auf Anregung der Celestiner Äbte ab 1549 die Bauarbeiten fortgesetzt. In jenem Zeitpunkt beginnt die Geschichte der Kirche, die bis zur Vollendung der Barock-Fassade andauern will.

Die Arbeiten am Bau von Santa Croce begannen im Jahr 1549 dank des Architekten Gabriele Riccardi. Riccardi schuf die Struktur der Basilika und vollendete auch den unteren Teil der Fassade, von klassische Ausgewogenheit und romanische Architektur aus blinden Rahmen bestehendem Gesims.

Sechs Säulen mit zoomorphen Kapitellen trennen die Wand, die von einem Fries klassischer Inspiration geschmückt ist. Im Jahr 1606, dank Francesco Antonio Zimbalo, wurde eine Art Prothyron mit Zwillingssäulen und zwei seitlichen Portalen angebaut. Der obere Teil wurde um 1646 durch Cesare Penna und Giuseppe Zimbalo ausgeführt. Er ruht auf einer Galerie die mit zoomorphen oder symbolischen Karyatiden gestützt ist. Dreizehn mit Emblemen versehenen Putten bilden die Balustrade. Die grosse zentrale Rosine weist einen romanischen Einfluss auf und ist von einem prächtigen Gesims umgeben; vier Säulen bieten eine fantasievolle Dekoration; im Fries sind die Buchstaben die für den Namen des auftraggebenden Abtes Don Matteo Napolitano stehen. Zwei Säulen stützen die Statuen von Sankt Pietro Celestino und Sankt Benedikt.

Alles ist durch eine Plastik von ungezügelter Fantasie und schöpferischer Freiheit vereint, ohne dadurch allzu überladen oder allzu reichlich zu wirken. Im Gegenteil, in ihrer Reichhaltigkeit erscheint die Struktur schlicht und klar.

Diese Leichtigkeit im Reichtum ist bestimmt der pietra leccese (lokaler Kalksandstein), die eine helle Farbe hat und leicht zu verarbeiten ist und dadurch die Komposition lebendig erscheinen lässt, zu verdanken.

Aus dieser kurzer Beschreibung versteht man, wie allein der Bau der Fassade eine Zeitspanne von etwa hundert Jahren in Anspruch genommen hat.

Von 1549 bis 1646 macht die italienische Kunst dann eine radikale Veränderung durch: die Zeit des Manierismus nähert sich dem Ende zu, Florenz verliert zugunsten von Rom ihre künstlerische Vorherrschaft. Ihrerseits empfängt Rom im Laufe des 17. Jahrhunderts Künstler aus der ganzen Halbinsel und dem Ausland; so folgen Klassizismus, Naturalismus und Barock aufeinander. Durch diese Situation kommt auch Lecce ein Reflex zu: so vereinen sich hier die Verspätungen der römischen Modelle mit einer starken lokalen künstlerischen Tradition.

Man kann behaupten, dass der Barock aus Lecce , der in der Fassade von Santa Croce zu erkennen ist und der später auch in anderen Bauten der Stadt wahrgenommen werden kann, sich zwischen der zweiten Hälfte des Cinquecento und Ende des Seicento entfaltete.

Der geschichtliche Kontext in dem sich diese kulturelle Erscheinung eingliedert, ist jener der Gegenreformation und des Eintretens der reformierten  Glaubensorden, ein Kontext der ökonomisch und kulturell besonderen Prozesse, zu dem politische und verschiedene künstlerische Persönlichkeiten beitrugen.

Der in Lecce ist ein Komplex von Palästen, Villen und Adelsresidenzen, Kirchen, Klöster, Religionsschulen, Sozialinstitutionen die vom politischen Rang der der Stadt zugeschrieben wird, über hinaus des unglücklichen ökonomischen Bildes, wie es die Historiker für die Terra d’Otranto zwischen Seicento und Settecento beschreiben.

Man kann behaupten, dass die Fassade von Santa Croce als prunkvoller Altar gedacht wurde und einen ewigen Verweis zwischen Aussen und Innen, klein und gross – was der Aufbau der Bedeutung der Architektur des Barocks von Lecce darstellt – ist.

Bei der Fassade und dem Altar handelt es sich gewissermassen um einen schmückenden Überbau auf einer Wand, die schon vorher bestand und die speziell im Fall „Santa Croce“ noch erforscht werden sollte. Ein Fassaden-Barock?

Der Abschluss des unteren Teils der Kirchenfassade reicht, laut Inschrift, auf das Jahr 1582 zurück. Die drei Portale wurden auf Entwurf von Francesco Antonio Zimbalo zwischen 1606 und 1607 ausgeführt; auf jeden Fall mussten die drei Tore – wahrscheinlich in anderer Form – schon vor dem Bau der Portale existieren, da sie den drei Eingängen des Schiffes entsprechen.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass eine ursprüngliche Form des Portals ein Werk des Gabriele Riccardi, Autor des unteres Teils der Fassade war. Das zentrale Portal kennzeichnet sich besonders durch vier paarweise verbundenen Säulen aus und es ist durchaus stichhaltig, dass gerade dies den Anbau des Zimbalo ist. Die verpaarte Säulen ruhen auf 45° gedrehtene Sockel: diese Lösung kann man in der Kirche auch im Altar von Sankt Francesco di Paola, ebenfalls im Jahr 1614 ausgeführt, beobachten. Diese Art von Säulen ist hier kein Einzelfall: man findet sie in der Theorie der Architektur des italienischen Manierismus.

Ein Werk des Riccardi könnte vielleicht die Lisene im Portal sein, wie man es aus dem Vergleich mit den Akanthusblättern über den Kapitellen des Schiffes in Santa Croce entnehmen kann.

Diesen Teil der Fassade hat 1646 ein dritter Künstler und Bildhauer, Cesare Penna beendet. Die Angabe des Jahres 1646 ist in einer von zwei Löwenfiguren getragene Schriftrolle enthalten und legt die Weihe der Kirche fest.

Die Balustrade stützt sich auf Telamonen und zoomorphen Figuren. Anhaltspunkt ist ein mittelalterliches Bestiarium, was im Salento nicht ungewöhnlich ist und profane und religiöse Themen verbindet: das bedeutendste Beispiel stellt der Mosaik-Boden in der Kathedrale zu Otranto, zwischen 1163 und 1165 ausgeführt, dar.

Das Thema in Santa Croce könnte könnte auch das vom siegenden Kreuz über die Mythen und den Hochmut der Heiden sein: «Diese Anspielung wird in der Serie der dreizehn Telamonen, die die Konsole zur Loggia des zweiten Stockes bilden, klar: es ist – durch den Prunk des Barocks noch vergrössert – die alte Symbolik der Löwen, die Säulen tragen, und auf die unterworfene Bestialität und das Böse hinweisen: unter den dreizehn Konsolen finden wir nämlich den Löwen, aber auch den Vogel Greif, den Adler und den Drachen, Bilder von Stolz und Ungeheuerlichkeit. Weiter sind erkennbar die römische Wölfin, Herkules mit dem Löwenfell, Figuren von Legionären, Negern, Muslimen, alten und neuen Heiden oder Ungläubigen. Dies alles mit einem gewissen Hinweis auf die Piraten des Mittelmeeres, die kürzlich (…) in der Schlacht von Lepanto zerschlagene berüchtigte Türken».

Die zentrale Rosette ist fällt einem am meisten auf: aus ihr entwirren sich eine Art Bewegung und visuelle Spiele, die die Eigenschaft des Festes und der Freude in sich haben. Im innersten Kreis sehen wir zwölf Engel, die dem Motiv der zwölf Strahlen entsprechen würden; dies ist in den Rosetten von mittelalterlichen Kathedrale häufig und symbolisiert die Christus-Sonne. In den beiden äussersten Kreisen sind vierundzwanzig christologische Granatäpfel sowie vierundzwanzig Engel zu sehen.

Der obere Teil der Santa Croce-Fassade ist der Triumph der dekorativen Fantasie. Dargestellt sind einige sich wiederholende ikonographische Elemente wie die Flammen und Löwen, Glaubenssymbole, der Pelikan der seine Kleinen ernährt (im Kapitell links von der Rosette) und die Granatäpfel, Symbole der Passion Christi.

Es ist auch möglich einen  Hinweis auf die grafische Technik der Miniatur zu erkennen, besonders in den verzierten Gesichtern und noch mehr in den von Engelchen getragenen Schriften, die man im Fries unklar zu sehen bekommt.

Dieses reiche und funkelnde Ornament stellt ein Barock dar, der an eine Wandstruktur des Cinquecento angebracht wurde und zwar nach den Regeln manieristischer Architektur und der Gegenreformation.

In ihrer künstlerischen Schönheit und technischer Feinheit, gleicht die Fassade von Santa Croce einem provisorischen, leichten Bau, den Figuren aus Papiermaché ähnlich, die in Italien, mindestens seit dem Quattrocento mit den provisorischen Ausschmückungen oder einem Entwurf des Modells, das selten aufbewahrt wurde, in Verbindung gebracht werden . Es ist kein Zufall, dass sich in Lecce seit dem Settecento eine grosse Tradition von Papiermaché-Meistern entwickeln konnte. Eine Tradition, die noch bis zum heutigen Tag floriert.

 

Übersetzung: Marco A. de Carli

 

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